Was ist denn Ammensprache?

babys und kleinkinder Nov 20, 2020

Ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie. Auch baby talk, Motherese, Parentese.

Eine besondere Art und Weise der Kommunikation zwischen Eltern (und anderen Bezugspersonen) mit dem Baby/Kleinkind in den ersten Lebensjahren.

Wenn Erwachsene mit Babys (ab Geburt) in Kontakt gehen, sprechen sie idealerweise automatisch anders. Kurze einfache Sätze, Wiederholungen, das Kind beobachten und Pausen einräumen, eine höhere Stimmlage, übertriebene Betonungen und das Ganze in einem auffälligen auf- und abschwingenden Sing-Sang beschreibt das eigenwillige und kulturübergreifende Sprachangebot.

Der Säugling, das Kleinkind kann dadurch besser die Konzentration herstellen und halten, die Spiegelneuronen (lernaktive Zellen des Gehirns) werden angeregt und das Kind kann in Lernprozesse eintreten.

Erwachsene sind egal in welchem Alter oder welchen Geschlechts fähig die Ammensprache auszuüben und passen sich automatisch dem Alter und Sprachverständnis des Kindes an.

Beispiele:

Das Kind mit ca. 4 Wochen ist wach. Der Erwachsene bewegt langsam seine Finger. Das Kind ist interessiert. Der Erwachsene öffnet weit seine Augen und legt seinen Kopf in die entsprechende Ausrichtung zum Kind und bewegt langsam seinen Kopf und startet den Sing-Sang: „Ja, schau einmal. Die Finger. Sie drehen sich…“

 Zwischen dem 12ten und 18ten Lebensmonat starten die  Kinder mit „Einwort-Sätzen“ (Kind deutet auf einen Ball, sagt „BA“) => Der Erwachsene bindet diese einzelnen Worte in kurze Zusammenhänge ein (Der Erwachsene spricht einen ganzen Satz: „Ja, da ist der Ball“ und betont die Endung „ll“)

 Das Kind ist ca. 20 Monate alt und interessiert sich für das Ausräumen der Spülmaschine. Der Erwachsene bindet das Kind in die Arbeit ein und erzählt in kurzen Sätzen was gerade geschieht: „Jetzt bring mir mal den Teller. Vorsichtig tragen..“ Das Kind steigt ein: „Tella bingen…“ Der Erwachsene: „Genau! Das ist der Teller. Der Teller gehört in den Schrank. Bring den Teller in den Schrank…“

 Durch die Veränderung des Gesichtsausdrucks, der Betonung einzelner wichtiger Worte, dem bewussten langsamen und deutlichen Sprechen, dem Verknüpfen mit Körpersprache erhöht sich die Aufmerksamkeit beim Kind.

Damit gelingt auch das Aussprechen von Ermahnungen oder das Mitteilen von Grenzen.

In den ersten drei Lebensjahren entwickelt sich das kindliche Gehirn rasant. Es muss gefüttert werden! Dies gelingt indem die Ammensprache durch Verse und Liedchen ergänzt wird.

Eure Sabine

Sabine König
Praxis für Säuglings- und Kleinkindfragen,
Praxis für Beziehungs- und Erziehungsfragen,
Supervision & Fortbildung

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